Capitalism IS the Crisis!

Der Kapitalismus ist die Krise – Morgen Demo in Frankfurt

31. März 2012 – EUROPEAN DAY OF ACTION AGAINST CAPITALISM !!

Weder gierige Bankiers noch die Faulheit der Südeuropäer sind an der Krise schuld. Das kapitalistische System selbst bringt immer wieder Finanz- und Wirtschaftskrisen hervor, in deren Verlauf oft Tausende Menschen ihre Existenzgrundlage verlieren. Staaten und internationale Organisationen wenden jedes Mal enorme Kräfte auf, um den Kapitalismus zu retten. Aktuelles Beispiel: Die Staatschuldenkrise im Euroraum. EU-Kommission, Europäische Zentralbank und Internationaler Währungsfonds oktroyieren den hochverschuldeten Länder in Südeuropa brutale Sozialeinschnitte auf. Während sich tausende Lohnabhängige gegen das scheinbar allmächtige System stellen, schimpfen BILD-Leser über faule Griechen und andere geben jeweils als „Volk“ profitlüsternen Bankiers die Schuld an allem.
Verantwortlich ist aber der Kapitalismus selbst.
Anspruch muss es sein, Auswüchse der gegenwärtigen Krise nicht isoliert und verkürzt zu kritisieren, sondern sie als Symptom des kompletten Wirtschaftssystems wahrzunehmen. Antikapitalistische Ambitionen dürfen weder in rückwärtsgewandte Denkmuster verfallen, noch im nationalstaatlichen Rahmen verbleiben. Daher ist der „European Day of Action Against Capitalism“ ein Schritt antikapitalistische und emanzipatorische Bewegungen in den verschiedenen europäischen Staaten international zu vernetzen. Dazu hat sich das „M31-Netzwerk“ gegründet.
M31 steht dabei für den 31. März, also morgen!

Außer in Deutschland finden zeitgleich Proteste in Portugal, Spanien, Italien, Frankreich, Niederlande, Österreich, Polen, der Ukraine, Griechenland, Kroatien und Slowenien statt.

Die deutsche Sektion wird von verschiedensten Gruppierungen aus dem linken Lager unterstützt und zieht morgen ab 14:00 vom Frankfurter Hauptbahnhof zur EZB-Baustelle.

Wer mitfahren möchte: Um 12:30 ist Treffpunkt am Marburger Hauptbahnhof.

Gegen die autoritäre Krisenpolitik von EU, EZB und IWF!

Nationalistische Krisenideologie und verkürzte Kritik überwinden.

Für ein menschenwürdiges Leben jenseits des Kapitalismus!

Echte Demokratie, ohne Staat, Nation und Kapital!

EUROPÄISCHER AKTIONSTAG GEGEN DEN KAPITALISMUS:

Hauptbahnof Frankfurt am Main 14:00
M31 poster kl

Eine ausführlichere Stellungnahme folgt.

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Free Ussama!

Was wäre, wenn man Ussama bin Laden festgenommen hätte?

ein Albtraum von Ivo Bozic

Die USA haben die pakistanische Regierung überredet, die Polizei loszuschicken, um Ussama bin Laden festzunehmen. Als die beiden Polizeibeamten an der Tür klingeln, öffnet ihm die jüngste Ehefrau, die nach hinten ruft: »Schatz, da möchte dich jemand von der Polizei sprechen.« Ussama fragt, ob er noch ein paar Sachen, Zahnbürste und so, zusammenpacken dürfe. Darf er, klar.

In Deutschland erklärt Katrin Göring-Eckardt: »Als Christin ist es für mich ein Grund zum Feiern, dass Ussama bei der Festnahme kein Haar gekrümmt wurde.« Günther Beckstein und Renate Kü­nast beanstanden, dass die pakistanische Polizei keinen Durchsuchungsbefehl hatte. In seiner ersten Videobotschaft aus dem Gefängnis in Islamabad bedankt sich bin Laden für die internationale Unterstützung und erklärt gerührt: »Ich liebe euch alle!«

Jürgen Elsässer bloggt, bin Laden könne gar nicht festgenommen worden sein, weil er nur eine Erfindung der CIA sei. In seiner zweiten Videobotschaft geht bin Laden auf die gegen ihn erhobenen Vorwürfe ein: Er sei nie Mitglied der al-Qaida gewesen, nicht wissentlich zumindest, jedenfalls habe er nichts unterschrieben. Und für 9/11 könne ihm seine zweite Ehefrau ein Alibi geben. Als Ussama ein paar Wochen später an die USA ausgeliefert wird, übernehmen zwölf Kachelmann-Anwälte das Mandat.

Nordkorea, Weißrussland und Venezuela bieten an, Ussama Exil zu gewähren. Er kommt dann aber doch nach Kuba – allerdings nach Guantánamo. Immerhin: Den Koran gibt’s gratis. Bin Laden hat eine wöchentliche Kolumne in der Jungen Welt. Er tritt in regen Briefverkehr mit Hugo Chávez, der ihn als »großen Revolutionär für die bolivarische Sache« würdigt und ihn zum Ehrendoktor einer Universität in Caracas ernennt. Ahmadinejad würdigt bin Laden als »Kämpfer gegen den zionistischen Feind« und verleiht ihm drei Ehrendoktorwürden. Claus Peymann bietet ihm ein Praktikum am Berliner Ensemble an.

Günter Grass, Rolf Becker und Jakob Augstein formulieren zusammen mit 30 US-amerikanischen Professoren einen Appell, in dem sie ein »Ende der Politik von Rache und Vergeltung« und die Schließung von Guantánamo fordern. Helmut Schmidt und Inge Viett kritisieren die »Iso-Haft« für bin Laden und fordern die Zusammenlegung mit Carlos. Heiner Geißler bietet sich als Vermittler an. Ussama wird Ehrenbürger der Stadt Paris.

Als immer mehr Menschen in den USA fordern, man solle bin Laden zum Tode verurteilen, steuert eine Flottille mit Desmond Tutu, Noam Chomsky, Henning Mankell und Norman Peach Guantánomo entgegen, auf dem Frauendeck befinden sich Inge Höger und Hedy Epstein, auf dem Queer-Deck Judith Butler. Konstantin Wecker schreibt seinen »Willy«-Song um: »Sakrament, Ussama! Warst gestern bloß aufm Mond gwesen oder aufm Amazonas in am Einbaum oder ganz alloa aufm Gipfel, drei Schritt vom Himme weg, überall, bloß ned in dera unselign Boazn in Abbottabad!«

Als Fotos auftauchen, auf denen zu sehen ist, wie Guantánamo-Wärter auf bin Ladens Micky-Maus-Hefte pinkeln, geht ein Aufschrei durch die Welt. In Stuttgart verbrennen Wutbürger US-Flaggen. Pax Christi und die Duisburger »Linken« halten Mahnwachen ab und boykottieren alles mögliche. Obama wird der Friedensnobelpreis aberkannt. Serdar Akar verfilmt das Leben bin Ladens, Titel: »Tal der Wölfe – Pakistan«.

Es kommt zum Prozess. Das Alibi seiner zweiten Ehefrau erweist sich als stichhaltig: Ussama war am 11. September 2001 tatsächlich den ganzen Tag im Garten mit den Blumenrabatten beschäftigt. Er wird freigesprochen. Bin Laden erhält den Friedensnobelpreis. Er zieht nach Deutschland und wird Intendant des Berliner Ensembles, Peymann darf als Praktikant weitermachen.

(Jungle World Nr. 19, 12. Mai 2011)

Ergebnisse der Umfrage von Heft 1/11

Die exakten Ergebnisse zu unserer Umfrage, die wir für die erste Ausgabe der „Zeitgeist“ durchgeführt haben, sind hier nachzulesen:
Sarrazin-Thesen
Und hier die Situation an der Schule:
Die Situation an unserer Schule

Gedenken an die Pogrome vom 09.11.1938

Heute vor 72 Jahren kam es in zahlreichen Städten Deutschlands zu gewaltsamen antisemitischen Ausschreitungen, bei denen, entgegen der landläufigen Meinung, nicht nur ein paar Scheiben zu Bruch gingen, sondern hunderte Menschen von plündernden Horden ermordet wurden.
Etwa 400 Menschen wurden bereits in jener Nacht ermordet oder in den Selbstmord getrieben. Daneben zerfielen Schaufensterscheiben tausender jüdischer Geschäfte in Scherben, hunderte Synagogen wurden in Brand gesetzt, jüdische Friedhöfe geschändet. Die Angriffe richteten sich direkt gegen die jüdische Bevölkerung.
SS- und SA-Anhänger führten die Attacken aus, aber viele Deutsche bejubelten die faschistischen Plünderer oder sahen zumindest tatenlos zu. Einige beteiligten sich sogar aktiv an Hetzgesängen und Zerstörung. Am Folgetag wurden 30 000 Menschen in Konzentrationslager gebracht. Viele kamen nicht zurück, weil sie an Misshandlungen gestorben waren. Die Ereignisse bildeten den Anfangspunkt der nazistischen Vernichtungspolitik und markieren einen Übergang von politischen, juristischen und auch alltäglichen Diskriminierungen von Jüdinnen und Juden hin zu den Verhaftungen und Deportationen, die in jenem systematisch und industriell durchgeführten und in seiner Art geschichtlich einmaligem Völkermord an über 6 Millionen europäischer Juden, dem Holocaust, endete.
Das Wissen um diese Ereignisse, unser Verstand und unsere Moral sollten uns dazu bewegen, uns jeder Form von Faschismus und Antisemitismus entgegenzustellen, von wem er auch kommen mag und gerade in Zeiten wirtschaftlicher Krisen, die Schuldigen nicht bei ethnischen Minderheiten zu suchen, sondern die verkürzte Darstellung einiger Medien und das Geschwätz von Oma, Papa oder großem Bruder auf seinen Wahrheitsgehalt zu prüfen.
Unser Anspruch muss es sein, dafür zu sorgen, dass sich die die Ereignisse von 1938 und den Folgejahren nicht wiederholen, indem wir nicht nur Faschismus sondern auch soziale Strukturen, die Faschismus möglich machen, aktiv bekämpfen.

Pogrome 1938

Übrigens:
In zahlreichen Städten finden Gedenkmärsche statt.

(Für die Bezeichnung der Novemberpogrome wurde in der Vergangenheit oft der verharmlosende und euphemistische Begriff „Reichskristallnacht“ aus der NS-Terminologie übernommen, was jedoch historisch und moralisch keinesfalls korrekt ist.)

Startschuss!

Wie dir sicher aufgefallen ist, gibt es schon seit Ewigkeiten keine Schülerzeitung mehr an unserer Schule. Es ist höchste Zeit das zu ändern und dazu brauchen wir dich!

Wenn du Lust hast herauszufinden wie man eine eigene Zeitung erstellt, Artikel schreibt und Recherchearbeit erledigt, dann solltest du dringend bei unserem nächsten Redaktionstreffen vorbeischauen.
Die Treffen finden momentan dienstags in der 7. Stunde statt. Treffpunkt ist die Bücherei der Oberen Schule.

Falls dir das zeitlich nicht zusagt schreib uns einfach und wir versuchen einen neuen Termin zu finden.

Nächstes Treffen: 27.09.

Aus gegebenem Anlass…

Am morgigen Samstag jähren sich zum 9. Mal die Terroranschläge auf das World Trade Center in New York, denen mindestens 3000 Menschen zum Opfer fielen.
Dieser hinterhältige Angriff richtete sich gegen die Errungenschaften, Werte und Ideale der westlichen Welt, welche bis zum heutigen Tage in ihrem Freiheitsverständnis einmalig sind.